Willkommen in den städtischen Sammlungen

Nach Lust und Laune eintrittsfrei in die Museen der Stadt Leipzig

Ab diesem Jahr gilt: Die städtischen Museen können ohne Eintrittsgeld besucht werden, das gilt jedoch nur für die jeweilige Dauerausstellung. Sonderausstellungen sind weiterhin kostenpflichtig, am ersten Mittwoch im Monat ist der Preis reduziert. Eintrittskarten sind nötig, auch wenn diese kostenlos sind. Ortsblatt-Autorin Marianne H.-Stars sah sich in den Museen einmal um:

Museum der bildenden Künste

Am ersten Sonntag im Januar war es schon ziemlich voll im Bildermuseum, in dem die Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts nun kostenlos besichtigt werden kann. Ein Anziehungspunkt ist der Klingersaal, in dem neuerdings alle drei großen Monumentalwerke des Leipziger Malers und Bildhauers Max Klinger zu sehen sind: „Das Urteil des Paris“, „Die Kreuzigung Christi“ und „Christus im Olymp“. Direktor Dr. Stefan Weppelmann spricht vom „Museum als Gemeinwohl“ und findet es „fantastisch“, dass dank des freien Eintritts sich noch mehr Menschen angesprochen fühlen, das Museum in der Katharinenstraße zu besuchen.
Geöffnet: Täglich außer montags 10-18 Uhr, mittwochs 12-20 Uhr

Grassi Museum für Angewandte Kunst

Seit Kurzem sind in der Ständigen Ausstellung des Grassi Museums für Angewandte Kunst zeitgenössische Arbeiten von Leipziger Künstlern neu hinzugekommen, darunter von Annette Schröter. „Ihre Papierschnitte treten dabei in Beziehung zu den beiden Gartenstühlen von Schinkel“, erläutert Direktor Dr. Olaf Thormann. Spannend daran ist, dass die Papierschnitte Gartentore aus DDR-Zeiten darstellen. Die hat Schröter fotografiert und danach in Papier geschnitten. Dabei habe sie die originale Komposition übernommen und so aus anonymem Design eigene Kunst erschaffen. Während man früher das Eintrittsgeld „abarbeiten“ wollte, könne man jetzt schnell mal in der Mittagspause ins Museum, um nur ein bestimmtes Objekt anzuschauen.
Geöffnet: Täglich außer montags 10-18 Uhr, mittwochs 12-20 Uhr

Grassi Museum für Völkerkunde

Achtung: Das Grassi mit seinen drei Museen stellt eine Besonderheit dar. Lediglich das Grassi Museum für Angewandte Kunst ist in städtischer Hand, das Grassi Museum für Völkerkunde gehört zu den Sächsischen Kunstsammlungen Dresden, also zum Land. Aber: „Ich kann verkünden, dass wir mitmachen“, sagte Direktorin Léontine Meijer-van Mensch am 8. Januar vor der Presse. Das heißt, auch dort ist die Dauerausstellung eintrittsfrei.
Geöffnet: Täglich außer montags 10-18 Uhr
Das Grassi Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig hat noch keine Entscheidung zum Thema Eintritt getroffen.

Stadtgeschichtliches Museum Altes Rathaus

Das Alte Rathaus ist ein Wahrzeichen der Bürgerstadt Leipzig. Rund um die historischen Räume Festsaal und Ratsstube im ersten Obergeschoss geben mehr als 1100 Originale Einblick in die wechselvolle Stadtgeschichte mit ihren Glanzzeiten und Tiefpunkten.
„Wir wollen unsere Sammlungen den Besuchern näher bringen und mit ihnen ins Gespäch kommen“, sagt Direktor Dr. Anselm Hartinger. Deshalb werde das Dialog-Angebot verstärkt. „Wir freuen uns auf spannende Begegnungen.“ Nicht nur das Alte Rathaus ist eintrittsfrei, sondern auch das Kindermuseum, das Schillerhaus (öffnet regulär ab März), das Capa-Haus und nach der Sanierung das Haus zum Arabischen Coffe Baum.
Altes Rathaus geöffnet: Täglich außer montags 10-18 Uhr

Naturkundemuseum

Von einem „anderen Empfinden, einem anderen Erlebnis“ spricht Dr. Ronny Maik Leder, Direktor des Naturkundemuseums. Neben den geologisch-paläontologischen, botanischen, zoologischen und archäologischen Sammlungen kann das Museum mit der weltweit größten Sammlung von Tierpräparaten und Plastiken des Präparators Herman H. ter Meer punkten. Da es im Haus Lortzingstraße keine flächenmäßige Trennung gibt, sind auch Sonderausstellungen wie „Sachsen hebt seine Schätze“ eintrittsfrei. Am ersten Sonntag im Januar füllte sich das Haus derart, dass es schon mal eng wurde. Vor allem junge Eltern mit Kindern waren in großer Zahl anzutreffen.
Geöffnet: Täglich außer montags 9-18 Uhr.

Im Klingersaal des Bildermuseums. Foto: Marianne H.-Stars