5. Dezember: Tag des Ehrenamts – die tragenden Säulen der Hospizarbeit

Ohne großes Aufsehen und hoch geschätzt am Leipziger Hospiz Villa Auguste bringen sich derzeit rund 30 Ehrenamtliche aktiv ein, die verbleibende Lebenszeit der Bewohnerinnen und Bewohner wertvoll zu gestalten. In Küche und Garten, mit Pinsel und Farbe oder als Begleitung der letzten Tage. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung ist es für Sterbenskranke enorm wichtig, am Leben teilzuhaben und mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Dafür stehen ehrenamtlich engagierte Menschen wie Anne Deuter und Jessica Zenker mit ihrer freien Zeit, ohne geldliche Gegenleistung.

Die Biologin als Waffelbäckerin

Manchmal ist viel Einfühlungsvermögen gefragt, meist jedoch ist der Zugang sehr leicht. Die 37-jährige Jessica Zenker (Foto rechts) backt ein bis zweimal im Monat Waffeln im Hospiz. Wenn der köstliche Duft durchs Haus zieht, weckt es die Lebensgeister und die gemütliche Wohnküche füllt sich. „In unserer Familie haben wir erlebt, wie enorm hilfreich und wohltuend es war, die schwer erkrankte Oma mit palliativer Hilfe von einem Hospizdienst begleiten zu können. Das war eine so schöne Erfahrung, so etwas wollte ich auch weitergeben. Ich wäre auch spazieren gegangen, hätte vorgelesen oder im Garten geholfen. Im Gespräch haben die Sozialarbeiterin und ich dann das Richtige gefunden.
Mir wird für meinen Einsatz sehr viel Wertschätzung und Dankbarkeit entgegengebracht,
und ich erlebe eine schöne Gemeinschaft. Das ist gut fürs Herz und erdet“, sagt Jessica Zenker, die zwei schulpflichtige Kinder hat und berufstätig ist.

Die Buchkünstlerin für kreativen Ausdruck

Anne Deuter (Foto links) ist eine junge bildende Künstlerin, hat ihr Atelier in der Leipziger Georg-Schwarz- Straße und teilt ihre Leidenschaft für Kunst, indem sie im Hospiz auf Nachfrage mehrfach im Monat Aquarellmalerei und Papiergestaltung anbietet. „Meine Motivation ist, ich möchte etwas für die Gesellschaft tun. Und ja, ich konfrontiere mich im Hospiz auch mit dem Tod. Aber vor allem schenke ich Menschen, die dem Ende des Lebens entgegenblicken, eine schöne Zeit. Sie geben eine direkte Antwort auf mein Dortsein, weil sie etwas Anregendes machen können und etwas gestalten, was von ihnen bleibt, beispielsweise eine Karte oder ein Bild. Durch das künstlerische Neu-Entdecken und die Freude am Tun, erwacht noch einmal Neugier. Ich erlebe das als sehr beglückend. Auch ich würde mich freuen, in so einer Lebenssituation so beschenkt zu werden.“

Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten

Für Schwester Beatrix Lewe, Geschäftsführerin vom Hospiz Villa Auguste, hat das Ehrenamt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung: „Seit den 20 Jahren, die unser Haus nun besteht, ergänzt das bürgerschaftliche Engagement den professionellen Teil der medizinischen und pflegerischen Versorgung um ein vielseitiges, sehr individuelles und sehr menschliches Tun. Der Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember ist wunderbar, die im Jahresverlauf in der Öffentlichkeit kaum sichtbaren Einsätze zu würdigen, Dank auszusprechen und dafür zu werben.“
Ehrenamtliche können die Hospizarbeit auf vielfältige Art und Weise bereichern: Vor allem ohne Zeitdruck als Gesprächspartner da sein, vorlesen, musizieren, kleine Unternehmungen oder Bildungsangebote, Gartenarbeit, unterstützende Öffentlichkeits- oder Verwaltungsarbeit.

Text: Diana Smikalla | Fotos: Villa Auguste

Hospiz Villa Auguste Leipzig gGmbH, Kommandant-Prendel-Allee 106
Sozialarbeiterin Juliane Körner
Tel. 0341 | 86 31 83 18, E-Mail: koerner@hospiz-leipzig.de